"Rentenreform 2014": Die "Rente mit 63" ist wegen fehlender Daten nicht realisierbar

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(Berlin)    Die mit viel Aufwand von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPDals Kernstück ihrer Rentenreform 2014 präsentierte "Rente mit 63" wird zumindest in der jetzt geplanten Form nicht kommen können. Nach Auffassung der Deutschen Rentenversicherung sind die Pläne technisch nicht realisierbar

 

Die Rentenreform 2014 sieht vor, dass Versicherte bereits mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können, wenn sie 45 Beitragsjahre erfüllt haben. Die Zeiten des Bezugs von Arbeitslosengeld, Krankengeld, Leistungen der Arbeitsförderung, Übergangsgeld und Leistungen bei Krankheit sollen angerechnet werden.

Nicht berücksichtigt werden sollen die Zeiten des Bezugs von Arbeitslosenhilfe und Arbeitslosengeld II. Arbeitslosenhilfe gab es für Langzeitarbeitslose bis 2005. Die Deutsche Rentenversicherung hat aber die Zeiten von Arbeitslosengeld-Zahlung und Bezug von Arbeitslosenhilfe auf den Versicherungskonten nicht getrennt erfasst. Für die Zeiten vor 1978 weiß die Rentenversicherung mangels Datenerfassung nicht, ob bei Arbeitslosigkeit überhaupt  Geld bezahlt wurde. Von 1978 bis 2001 wurde nicht erfasst, ob Arbeitslosengel oder Arbeitslosenhilfe gezahlt wurden. Für die Zeit vor 1984 fehlen die entsprechenden Zahlen beim Krankengeld. Nach so langer Zeit wird es auch den Versicherten sehr schwer fallen, ihre Anspruchsvoraussetzungen nachzuweisen. Auf die Hilfe der Arbeitsagenturen können sie in der Regel nicht hoffen, da nach so vielen Jahren die entsprechenden Daten bereits gelöscht sind

Ob die Rentenreform 2014 nur mit heisser Nadel gestrickt wurde oder ob die Wähler betrogen wurden, ist derzeit noch offen

Rentenlügen: Aus der "Rente mit 63" wird bald die "Rente mit 65" 

Quelle: Rentenversicherung/mesh-web/GSW

Bildquelle: Martin RulschWikimedia CommonsCC-by-sa 3.0/de